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                         M/S ERICH

 

 

Auf diesem Schiff habe ich als Moses/ Jungmann gefahren. Ich habe eine Menge Seemännisches Denken und eigenständiges Handeln gelernt. Es war so wenig Komfort wie möglich an Bord, aber diese Zeit möchte ich niemals missen. Allein das Maschinengeräusch liegt mir heute noch im Ohr. Alle Ventile ölen und öffnen, das Schwungrad auf Position mit der Törnstange bringen, Ventile schließen und dann das Handrad  von der Luftflasche aufdrehen. Ein mächtiges Gezische hallte im Maschinenraum und der Motor begann seine Melodie. Es klang immer wie „Kartoffel Kartoffel  Kartoffel“. Somit begann mein Tag um 6 Uhr in der Früh. Es ging vom Liegeplatz rüber in den Hamburger Hafen, wo ein Getreideheber an irgendeinem Überseeschiff lag. Wir machten an anderen Kümos oder Schuten fest und warteten auf unsere Ladung ( Kleie, Fischmehl lose, Mais, Sojaschrot usw. Lukenkeile los , Spannbalken runter, Persenninge zusammenklappen oder falten (Winter o. Sommer), Lukendeckel schwingen und  Lukenbalken raushebeln. Scherstöcke mussten diesmal (Gottseidank) nicht raus. Irgendwann ging es dann auch bei uns los. „Wi fangt achern Mast an „ und „Hol di man schon ne Schüffel un dann aals ünner Deck, Kloor?“. Ich trimmte was das Zeug und meine Kraft hergab. Allerdings hatte mein Käpt,n ja recht. Loses Gut verhält sich bei Seegang nun mal anders als festes. Deswegen muss auch jeder Winkel ausgefüllt sein. Alle 170 To waren an Bord und der Tallimann gab uns den Zettel für die Ladung. Nun erst mal weg hier und rüber zum Zoll. Leinen los und auf dem glitschigen Deck Luken dicht machen. Beim ERICH kam das Wasser durch die Speigatten ,weil wir abgeladen waren. Beim Zoll alles Seeklar gemacht und die Luken wurden verplombt. Grünen Stander gesetzt und dann Leinen los und Elbe abwärts, schnell noch Brunsbüttel bis Dämmerung erreichen. Der Decksmann stand am Paddel, Käpt,n hatte sich hinter ihm auf der Bank ein Kaffe eingeschenkt und ich kämpfte mit der Pütz und den Dweuel  um den rutschigen und klebrigen Schiet von Deck und Rumpf zu waschen. Aber irgendwann war auch das geschafft und keine Pütz ist im Wasser geblieben ( hatte aber auch zu anfang 2-3 versenkt). So ab ins Ruderhaus , ausruhen. „Häs dat schafft? Dan go mol rünner in de Maschin un Pump den Tagestank wedder full.Und smeer og glicks de Ventile und dreih de Stoppbuchsen nach“. Moses sein bringt Spaß. Man ist so frei. Alles fertig und dann durfte ich noch Kartoffeln schälen für die Bratkartoffeln. Endlich kam Stadersand in Sicht und ich durfte auch mal an das Ruder. Ich  hatte viele Landzeichen,die ich auf der Seemannsschule gar nicht gelernt hatte (Bäume, Häuser,Schornsteine und nebenbei musste ich auch noch auf die Fahrwassertonnen aufpassen). Gut ,Leuchttürme und Baken waren auch mal dabei ,aber der ERICH war ein reines Sicht-und Hörschiff. Kein Radar und kein Echolot. Bei Nebel ging mir öfters der berühmte A...h auf Grundeis. Auf der Elbe hätte uns fast mal ein HANSA Danpfer versenkt. Das Schiff hatte Ruderprobleme und drosch bei diesiger Sicht auf uns zu. In letzter Minute kurbelte mein Käpt,n  wie wild am Ruder und der graue Riese lief auf die Böschung, zu wo er auch auflief. Am schlimmsten war es, wenn Laeisz  seine Bananenjäger die Elbe hoch jagten, Auf einmal hatten wir mächtigen Seegang und ausscheren von 10 Grad Stb und BB war Programm. Es gibt noch sehr viele Geschichten in meiner Erinnerung um diese alle auf zuschreiben. Fakt ist: Auf diesem Kümo wurde ich vom Schulkind ohne Wenn und Aber in die harte Arbeitswelt mit genommen.. Mein Charakter wurde gestärkt und der innere Schweinhund auch. Es war oft der Gedanke alles hin zuschmeißen, wenn mal wieder Kälte, Wind und Ungemütlichkeit den Kurs bestimmte. Dann kam aber wieder das Gefühl der Freiheit und der Gedanke ,auf der Sonnenseite zu stehen. Sonnenuntergänge und -aufgänge, spiegelglattes Wasser ,andere Länder und Menschen und der Hauch von Abenteuer. Während meiner gesamten Fahrenszeit war die Back und das runterschauen auf das Bugwasser eines Schiffes immer meine Entspannung und Belohnung für das doch harte Leben an Bord.

 

 
   
 
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Bitte respektiert die Copyrechte. Ich selber habe auch einige Fotos,wo ich die Copyrechte nicht ermitteln konnte. Aber diese Seiten rufen schöne Erinnerungen zurück und wer möchte ,soll daran teil haben. Ich persönlich beanspruche kein Copyright für meine Aufnahmen ,würde mich aber über einen kleinen Verweis freuen. Tschüß von Jochen